![]() |
Die 900Jahr-Feier war 1998 das größte Fest
welches Gutweiler je erlebt hat. Der unten stehende Text erzählt von der Geschichte Gutweilers. |
![]() |
|
Bei der 900 Jahr-Feier im Jahre 1998
bekam Gutweiler einen Gedenkstein. Auf diesem Stein sind die Jahreszahlen
1098 - 1998, sowie der Schriftzug 900Jahre Gutweiler und das Ortswappen.
Er wurde an den Feierlichkeiten Eingewiehn. |
An den beiden
Dorfeinfahrten steht eines der oben dargestellten Hinweisschilder. Auf
dem Hinweisschild steht geschrieben, dass Gutweiler 1999 bei "Unser
Dorf soll schöner werden in der Hauptklasse den 2. Platz erreicht hat . |
|
Ein Überblick über die Geschichte des Dorfes
Gutweiler Historische Namensformen: 980/981:
Wilre; 1098: Gudewilre, 1298: Godewilre, 1316: Gotwilre, 1340: Guodewilre,
1343: Gudewilre, 1363/64: Goudwilre, 1396: Gudewilre, 1460: Godwylre,
1570: Gotweiler, 1575: Guttwyler, 1609: Guttweiler, 1656: Guttweiller Vormittelalterische Zeit Aus
vor- und frühgeschichtlicher Zeit sind bisher keine Spuren entdeckt
und beschrieben worden. Philipp Schmitt, Pfarrer der Kirche St. Paulin
in Trier, hat 1855 auf römischen Siedlungsschutt in der Gemarkung von
Gutweiler hingewiesen. In der Folgezeit, insbesondere in den letzten
Jahren wurden weitere, als römisch anzunehmende Überreste entdeckt.
So hat Herr Rudolf Meyer auf seinem Grundstück "Zum Sportplatz"
zahlreiche spätantike Stücke (u.a. Fragmente von Ziegeln und Keramik)
gefunden, welche noch näherer Bestimmung bedürfen. Es kann jedoch bereits
beim heutigen Kenntnisstand eine römische Siedlung im Bereich Gutweiler
angenommen werden. Wir wissen bisher nicht, wann sie entstand, wie groß
sie war, wie sie genannt wurde (Godae villa?) und ob es eine Siedlungskontinuität
zum frühen Mittelalter hin gibt. In fränkischer Zeit d.h. nach der ersten
Hälfte des 5. Jahrhunderts, hat die weitergeführte oder neugegründete
Siedlung dann einen Weilernamen erhalten, aus dem die heutige Ortsbezeichnung
abgeleitet ist. Mittelalterliche Zeit (2.Hälfte des 5. Jahrhunderts bis 1500) 980/981:
Unter den Rückerstattungen, die Erzbischof Egbert(977-993) an das Stift
St. Paulin in Trier vornimmt erscheint auch Wilre (Kapelle und Ort).
Edmund Neis ist 1993 bei seinen Untersuchungen zur Gutweiler Wallfahrt
und zum Gutweiler Kirchenpatrozinium Kosmas und Damian zu der Auffassung
gelangt, dass es sich bei Wilre um Gutweiler handelt. Zum zweifelsfreien
Beweis bedarf es jedoch weiterer Untersuchungen. 1098: In
einer unbesiedelten Empfängerausfertigung, - d.h. die Urkunde wurde
vermutlich im Stift St. Simeon geschrieben, Vollziehung und Besiegelung
fehlen- bestätigt der deutsche König und Kaiser Heinrich IV auf bitten
des Trierer Erzbischofs Egilbert (1079-1101) dem Trier Stift St. Simeon
die Zolleinnahmen in Koblenz sowie seine Rechte in 57 genannten Orten,
wobei Gutweiler (Gudewilre) an 45. Stelle genannt wird. Zusammen mit
fünf weiteren Orten (Lieser, Wintrich, Niederemmel, Zewen, Morscholz)
ist es für Gutweiler die erste zweifelsfrei urkundliche Erwähnung. Trotz
der formalen Mängel besteht kein Fälschungsverdacht. 1298: Ysembard
von Godewilre aus Lonzenburg verkaufte am 9. Januar mit Zustimmung seiner
Kinder seine Besitzungen in Lonzenburg an das Dominikanerkloster St.
Katharina in Trier, außerdem einen Jahrzins in Waldrach 1303: Johannes
genannt Walram trägt am 12. Juni 1303 Erzbischof Dieter von Nassau (1300-1307)
seine Burg Sommerau zu Lehnen auf, d.h. Walram wird Lehnsmann des Erzbischofs
und wird von diesem mit der Burg belehnt. Es ist anzunehmen, dass
Gutweiler bereits zu dieser Zeit zu Herrschaft Sommerau gehört. 1316: Der
Stiftsdekan von St. Simeon, Albert, der die Pfarrei in Gutweiler inne
hat (Pastor primarius), errichtet am 7.Dezember 1316 ein Testament in
dem er seine Kirche in Gutweiler mit einer Zuwendung berücksichtigt.
Er schenkt zu seinem Seelenheil, sowie dem seiner Eltern und Wohltäter,
einen vergoldeten Silberbecher, damit daraus ein Messkelch gefertigt
werden soll. Außerdem vermacht er sein Messbuch für Spezialmessen. 1330: Johannes
Walram stellt Erzbischof Balduin (1307-1354) am 16.März 1330 einen Lehenrevers
(= rechtsförmliche Empfangsbestätigung des Lehnsmannes an seinen Lehnsherrn
über den Empfang des Lehnes) über die Burg Sommerau, das Dorf Gutweiler
mit allem Zubehör und allen Rechten, ausgenommen die Hochgerichtsrechte,
aus. 1340: Der
Stiftsdekan von St. Simeon, Nikolaus von Rodemachern, der die Pfarrei
von Gutweiler inne hat errichtete am 25. Januar 1340 ein Testament,
in dem er der Kapelle der heiligen Martyrer Kosmas und Damian in Gutweiler
einen von Johannes genannt Molle erworbenen Ölzins aus dessen Weinberg
für ein Ewiglicht in der Kapelle zuwendete. Außerdem stiftet er 5 Pfund
Trier Denare (=1200 Denare/Pfennige) für Altarschmuck und -gerät. Dieser
Betrag entspricht um diese Zeit etwa der Jahresmiete eines größeren
Hauses in Trier. 1343: Der
Stiftsdekan von St. Simeon, Johannes Jakelonis, der die Pfarrei in Gutweiler
inne hat, errichtete am 28. Januar 1328 ein Testament, in dem er der
Kapelle in Gutweiler einen Ölzins für das Ewiglicht zusendete. 1460: Die
Aufzeichnungen des kurfürstlichen Kellners in Pfalzel, Heinrich Leymbach:
"Beschreibung der Güter und Rechte des Erzbischofs im Amte Pfalzel"
enthalten unter Waldrach einen Eintrag zu dem er alle drei Jahre auf
dem Berg in Gutweiler - es ist anzunehmen beim Galgen- stattfindenden
Hochgericht, wo u.a. schwere Körperverletzungen und Diebstähle abgeurteilt
wurden. Neue und neueste Zeit Über
die Zahl der Bewohner berichtet die Chronik: "In der Kurfürstlichen
Zeit war Gutweiler ein armes, kleines Dorf von etwa 10 Gemeindern."
Diese Angabe gilt wohl eher für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Im Feuerbuch von 1563 werden für Gutweiler 7 Feuerstellen genannt; damit
sind selbständige Haushalte Gemeint, die insgesamt 35-40 Personen umfassen.
Erst im 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl stärker nämlich von
100 zwischen 1815-1823 auf 156 im Jahre 1971. Im Jahre 1905 hatte das
Dorf bereits 190 Bewohner und erreichte 1950 die Zahl von 291. Nach
der Erschließung und Bebauung eines neuen Baugebietes und nach verstärkter
Zuwanderung wohnen heute in der Gemeinde über 750 Bürger. Trotz
der geringen Einwohnerzahl in der Kurfürstlichen Zeit gewann Gutweiler
seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung,
die weit über den Ort hinausging. Viele Menschen aus Trier und Umgebung
suchten bei den Patronen der Kapelle St. Cosmas und St. Damian, die
zusammen mit Jesus als "drei Ärzte" verehrt wurden, wirksamen
Schutz gegen die Pest, die damals häufig auftrat. So wurde Gutweiler
ein beliebter Wallfahrtsort, in dem sich auch ein Wallfahrtsbrunnen
am Ortsausgang neben der Linde befand, Der sogenannte "Drei-Ärzte-Brunnen".
Bereits 1596 wird davon Berichtet, dass die "Zisterne" und
das Brunnenhaus erneuert wurden. Einen
Höhepunkt erlebte die Wallfahrt 1762, als Reliquien der hl. Ärzte Kosmas
und Damian von Rom nach Gutweiler Übertragen wurden. Obwohl diese dann
in der Franzosenzeit geraubt wurden und verloren gingen, lebte die Wallfahrt
um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als Trier wiederholt von der Cholera
heimgesucht wurde, wieder auf. Von
den sechs größeren Wahlfahrtsprozessionen des 17. und 18. Jahrhunderts
ist nur noch die aus den Dörfern Osann-Monzel am ersten Montag im September
übriggeblieben. Heute verbinden nur noch wenige mit dem Namen Gutweiler
die Vorstellung eines Wallfahrtsortes. Nicht zuletzt wegen der zunehmenden
Zahl von Wallfahrern, im 18. Jahrhundert wurde es notwendig, dass sich
ständig ein Geistlicher im Ort aufhielt. Vor allem Weihbischof Lothar
Friederich von Nalbach (1730-1749), der als Dekan von St. Simeon zugleich
zuständiger Pfarrer von Gutweiler war, schaffte durch seine Stiftung
die Voraussetzung für den Bau eines Vikarhauses, der dann 1760 von Weihbischof
Nikolaus von Hontheim (1749-1790) verwirklicht wurde. Die Bewohner von
Gutweiler brauchten sich an der Finanzierung nicht zu beteiligen. Trotzdem
waren sie mit der ständigen Resistenz eines Geistlichen unzufrieden,
weil sie befürchteten, auf Dauer dadurch höhere Ausgaben zu haben. Von
da an oblag dem Vikar auch die Pflicht, den Kindern des Dorfes Unterricht
zu erteilen. Allerdings scheint er seine Aufgabe nicht ernst genommen
zu haben. Das niederschmetternde Ergebnis einer amtlichen Umfrage über
das "Schulwesen" im Kurstaat 1784 lautete für Gutweiler: keine
"Trivialschule" vorhanden. Erst
in der Franzosenzeit sah man in der Bildung des "Landmannes"
eine wichtige Aufgabe des Staates. Unter einfachen Verhältnissen erteilte
der erste Sukursalpfarrer, Johann Mathias Thomm (1803-1825), den etwa
10-12 Kindern des Dorfes Unterricht in einem kleinen Raum des Pfarrhauses.
Später mietete die Gemeinde einen Raum bei Privatleute, wo unter kaum
vorstellbaren primitiven Bedingungen eine Winterschule eingerichtet
wurde. Ehemalige Handwerker mit einem geringen Bildungsstand, die als
Lehrer angeworben wurden, konnten den Kindern nur wenige Kenntnisse
und Fertigkeiten vermitteln. Erst
der Neubau eines Schulgebäudes 1830 beendete diese elende schulische
Situation, zumal auch die Lehrerausbildung vom Staat in die Hand genommen
und überprüft wurde. Lange über 130 Jahre, musste das Gebäude, das heute
noch im Dorfbild erhalten ist (das gegenüber dem Kircheneingang) erfüllen,
bis es endlich nach vielen vergeblichen Anläufen seit den 20er Jahren
1960 durch ein neues, den modernen Ansprüchen genügendes Gebäude ersetzt
werden konnte. Allerdings brachte die schulische Neuorganisation in
der Verbandsgemeinde Ruwer schon 1973 für die "Volksschule"
in Gutweiler das endgültige Aus. Heute wird das Schulgebäude als Kindergarten
genutzt. Die
zwanzig Jährige französische Herrschaft beendete nicht nur die Zugehörigkeit
des Dorfes zu einem geistlichen Feudalstaat, sondern griff auch
tief in das Leben der Menschen ein. Kirchlich wurde 1802 aus der
"Kuratkapelle" eine relativ selbständige Pfarrei mit einem
eigenen Pfarrer allerdings als sogenannte Sukuralpfarrei, eine Pfarrei
zweiter Ordnung. Sie war der Kantonspfarrei Konz zugeordnet. Nur wiederstrebend
ließen sich die Bewohner von Korlingen, die bisher zur Kirchengemeinde
Irsch gehörten, nach Gutweiler einpfarren. Verwaltungsmäßig
bildete Gutweiler seit dieser Zeit zusammen mit Sommerau ein Teilglied
in der Bürgermeisterei Irsch im Kanton Konz. Auch unter preußischer
Herrschaft seit 1816 blieb diese gemeindliche Einheit über Jahrzehnte
erhalten, bis sich Sommerau 1858 als selbständige Zivilgemeinde haushaltsmäßig
von Gutweiler trennte. In
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts änderten sich die wirtschaftlichen
Bedingungen für den kleinen Ort und besserten insgesamt die Lebenssituation
der Bewohner, die bisher fast ausschließlich von der Landwirtschaft
gelebt hatten. Vor allem der Bau der Eisenbahnlinie zwischen Trier und
Hermeskeil 1886-1889 mit einem Haltepunkt in Sommerau brachte wichtige
Impulse und verbreitete eine positive Stimmung. "Das dadurch die
hiesige Gemeinde sowie der größte Teil des Hochwaldes dem Verkehr einen
Schritt näher gebracht wurde, bedarf keiner weiteren Erläuterung",
schrieb Lehrer Nikolaus Drossé abschließend in der Schulchronik. Auch
die weiteren wirtschaftlichen Maßnahmen wären ohne die Verkehrserschließung
nicht möglich gewesen, so der Bau und die Inbetriebnahme der "Erzwäsche
Gusterath" 1889/90. Sie ermöglichte es jungen Mädchen aus dem Dorf,
einer Beschäftigung außer Haus nachzugehen und eigenes Geld zu verdienen.
Manch ein Bewohner vermehrte seine Einnahmen mit dem Pferdefuhrwerk
recht ordentlich. Aber schon 1894 "hörte der Betrieb der Erzwäsche
auf und somit erlosch die Geldquelle", heißt es resignierend in
der Schulchronik. Wie
in den Nachbargemeinden Sommerau und Korlingen wurde seit 1902 auch
"Im Altenberg" auf einem 4ha großen Gehöferschaftsland ein
Weinberg angelegt. Damit fügte sich Gutweiler in die Reihe der Winzerdörfer
ein, wenn auch die Qualität der Trauben amtlicherseits nur als "gering"
eingestuft wurden. Ausdruck dieser wirtschaftlichen Aufbruchsstimmung
bis zum 1. Weltkrieg war auch 1895 der Neubau der Kirche im neugotischen
Stil. Die Zivilgemeinden der drei Pfarrorte wie auch das einzelne Kirchenmitglied
beteiligten sich durch Arbeitseinsatz und finanzielle Unterstützung
an dem Kirchenbau, der durch den 1950 vorgesetzten markanten Turm ein
Wahrzeichen des Dorfesgeworden ist. Im
ersten Weltkrieg richteten die Schuhfabrikanten Rollmann und Michels
auf dem Gelände Gusterath-Tal eine Flachsröste ein, die 1922 (mit Beteiligung
von Kaufmann) auf eine Schuhherstellung umgestellt wurde. Die Fabrik
stellte in dem strukturschwachen Gebiet einen wichtigen Wirtschaftsfaktor
dar. Vor allem viele Frauen fanden hier Arbeit und Brot. Allerdings
überstand der Betrieb die Weltwirtschaftskrise nicht und musste 1935
Konkurs anmelden. Im folgenden Jahr erwarb Kaufmann Hellmuth Lemm die
Fabrik und führte sie mit viel Geschick durch die Kriegszeit. Die
Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und des 2. Weltkrieges ging
nicht spurlos an Gutweiler und den Bewohnern vorüber. Die bäuerliche
Bevölkerung war in ihrem Denken eher konservativ eingestellt und dem
katholischen Glauben eng verbunden. So stand die Mehrheit der neuen
Ideologie eher skeptisch gegenüber. Für das Jahr 1934 heißt es in der
Schulchronik: "Die Bevölkerung ist schwer zu bewegen. Sie sieht
und hört zuwenig, dass was mitreißt. Es wird noch viel gehadert. Der
deutsche Gruß wird von einigen noch auffällig verweigert." Doch
verzeichneten die Nationalsozialisten durch öffentliche Kundgebungen,
propagandistische Tätigkeit und durch Beschäftigungsmaßnahmen auch kleine
Erfolge. Im gleichen Zusammenhang merkt die Chronik nämlich an: "Allmählich
werden auch hier die Organisationen der NSDAP aufgebaut. Es finden häufig
Versammlungen bzw. Schulungsabende im Schulzimmer statt." Besonders
bei einem Teil der Jugend fiel die ideologische Werbung auf fruchtbaren
Boden. Einen besonders hartnäckigen Widersacher fanden die Nationalsozialisten
in Pastor Konrad Engel, welcher die Pfarrgemeinde seit 1932 leitete.
Eine Auseinandersetzung mit der Ortsgruppenleitung der NSDAP führte
schließlich dazu, dass er 1936 mit einer Haftstrafe belegt wurde und
danach nicht mehr in die Pfarrei zurückkehrte. Die
weltanschauliche Auseinandersetzung entzweite oft die Familien und säte
Misstrauen in die Dorfgemeinschaft. Die Auswirkungen dieser unseligen
Einflüsse spürte man noch weit über die Kriegsjahre hinaus. Trotz
der erbitterten Kämpfe und Frontverlaufs zwischen Gutweiler und Sommerau
vom 27. Februar bis 13. März 1945 blieb der Ort selbst von größeren
Kriegsschäden verschont. Die Zerstörung der Eisbahnbrücken im Ruwertal
beeinträchtigten die Verkehrsanbindung des Ortes und die wirtschaftliche
Entwicklung der Region aber erheblich. Erst 1948 konnte der Bahnbetrieb
zwischen Trier und Gusterath-Tal wieder aufgenommen werden. Dies
war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Firma ROMIKA in den
50er und 60er Jahren stark expandierte und zum wichtigsten Arbeitgeber
in der Region aufstieg. Es gab kaum eine Familie in Gutweiler, bei der
nicht ein Mitglied in der Schuhfabrik beschäftigt gewesen wäre. Da ein
Teil des Firmengeländes auf dem Bann von Gutweiler lag, nahm die Gemeinde
durch die stetig wachsende Gewerbesteuereinnahme einen sichtbaren Aufschwung.
Schon um die Mitte der 60er Jahren bezeichnet die "Trier Landeszeitung"
Gutweiler nach Abschluss der gemeindlichen Baumaßnahmen als ein "fertiges"
Dorf, "fertig mit Schul- und Straßenbau, die Kanalisation liegt,
ein Lehrerwohnhaus wurde gebaut, das Jugendheim in Ordnung gebracht
und ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet“. Aus
heutiger Sicht muss man feststellen, dass ein solches abschließendes
Urteil verfrüht war. Man denke nur an die Erschließung eines weiteren
großen Neubaugebietes in den 70er Jahren, an die Erstellung der großzügigen
Sport- und Freizeitanlagen, den Ausbau des Jugendheims, die Sanierung
des ehemaligen Pfarrhauses und vieles andere mehr, was ohne die Initiative
und das Engagement von einzelnen und von seiten der Vereine nicht hätte
verwirklicht werden können. Die
vorbildliche Infrastruktur des Ortes und die bleibende Bereitschaft
der Bürger, sich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen, bieten für Gutweiler
eine gute Voraussetzung, nach über 900 Jahren seiner wechselhaften Geschichte
auch das neue Jahrtausend erfolgreich zu bestehen. |
||
| <<nach oben>> | ||